Eingliederungshilfe

Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Erwachsene

Die rechtliche Grundlage der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche stellt § 35 a SGB VIII. Hierunter fallen verschiedene Betreuungsangebote von denen sich unser Fokus auf das Ambulant Betreute Wohnen junger Erwachsener ab 18 Jahren richtet.

Leistungsangebot

Das Leistungsangebot des Vereins richtet sich nach der Situation und dem Bedarf der jungen Erwachsenen und kann z.B. folgende Aspekte umfassen:

  • Basisversorgung – Gewährleistung einer angemessenen und angepassten Betreuung, Abklärung der Mitarbeitsmöglichkeiten und Aufbau des Selbsthilfepotentials;
  • Alltagsbewältigung – Sicherstellung eines angemessenen Wohnraums, Erarbeitung einer Tagesstruktur und Haushaltsplans, Unterstützung bei Haushaltsaufgaben, Behördenangelegenheiten sowie schulischen und beruflichen Angelegenheiten;
  • Gesundheitsförderung – Gesundheitsvorsorge, Vermittlung zusätzlicher Hilfen, Anleitung und Unterstützung bei der Körperhygiene und Stabilisierung als Rückfallprophylaxe;
  • Soziale Beziehungen – Aufbau und Förderung von Beziehungsfähigkeit, Kontakten und Freundschaften, Unterstützung bei Konflikten;
  • Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben – Unterstützung bei der Wahrnehmung von Angeboten im Sozialraum und Identifikation von Interessen und Hobbys;
  • Ich-Stärkung und Identitätsbildung – Konfrontation mit der eigenen Lebensgeschichte, Stärken und Fähigkeiten, Aufbau eines adäquaten und realistischen Selbstbildes und Stärkung des Selbstvertrauens;
  • Training, Aufbau und/oder Erhalt kognitiver und psychischer Kompetenzen – Training Sozialkompetenz, Kritikfähigkeit und Konfliktfähigkeit, Stärkung mentaler Kompetenzen und Entwicklung psychischer Fähigkeiten (Bindungs- und Abgrenzungsstrategien).

Ziele des Leistungsangebotes

Die intensive pädagogische Einzelbetreuung und Eingliederungshilfe zielen darauf, eine seelische Behinderung abzuwenden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern. Hierzu tragen bspw. die folgenden Unterziele bei:

  • Psychische Entlastung
  • Psychoedukation
  • Gemeinsame Problemidentifikation und Entwicklung von Lösungsansätzen
  • Förderung einer angemessenen Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Ausbau der Ressourcen und des Selbsthilfepotenzials
  • Erkennen und Äußern von Krankheitssymptomen
  • Aufarbeiten von krankheitsbedingten Verhaltensmustern
  • Bearbeitung des Zusammenhangs von psychotischem Erleben und der Biografie
  • Vermeidung von stationären Klinikaufenthalten
  • Hilfen in Konflikt- und Krisensituationen
  • Hilfestellung bei der Beschaffung und dem Erhalt einer Wohnmöglichkeit
  • Unterstützung bei der Vermittlung einer geeigneten schulischen und beruflichen Ausbildung
  • Tagesstrukturierung und Freizeitgestaltung
  • Koordination und Anbindung weiterer Hilfen
  • Erarbeitung einer selbstständigen Unabhängigkeit von Betreuungen
  • Hilfestellung bei der Beantragung und Verwaltung finanzieller Mittel

Zielgruppe

Unsere Zielgruppe umfasst junge Erwachsene, bei denen eine seelische Behinderung droht oder eingetreten ist. Somit richtet sich die intensive pädagogische Einzelbetreuung und Eingliederungshilfe an junge Erwachsene, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration bedürfen und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung herangeführt werden sollen. Der Bedarf kann dabei nicht durch die Ressourcen der Familie und des Lebensumfeldes gedeckt werden.

Ein besonderer Bedarf besteht häufig bei folgenden Störungen:

  • Externalisierende Störungen
  • Internalisierende Störungen
  • Autistische Störungen
  • Persönlichkeitsstörungen bzw. Vorläufer
  • Legasthenie und Dyskalkulie

Eine seelische Behinderung liegt zum Beispiel vor, bei:

  • Psychosen
  • Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns
  • Suchtkrankheiten
  • Neurosen und Persönlichkeitsstörungen
  • Chronischen Störungen, die die psychische Entwicklung beeinträchtigen

Eine erhebliche Einschränkung liegt meist in den Bereichen:

  • Alltagsbewältigung
  • Schulische und berufliche Integration
  • Gestaltung sozialer Beziehungen
  • Gesundheitsvorsorge
  • Kognitive und psychische Kompetenzen
  • Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben